Klasse 1/2d

Aktionstag Hecke - Bildungsangebot des Biosphärenreservats Rhön am 09.11.2023

Die Kinder der Klasse 1/2 d waren erst einmal verdutzt, als ihnen das neue HSU -Thema „Hecke“ genannt wurde. Bei der ersten Gedankensammlung, um Vorwissen einzubringen, fielen in erster Linie die Worte „Gestrüpp“ und „Gartenzaun“. Die Gesichter blickten eher gelangweilt als neugierig.

Dies änderte sich schnell, als zum Einstieg in das Thema die vertrauten Kollegen Alex und Jasmin vom Biosphärenreservat Rhön angekündigt wurden. Die Schulkinder kennen das Team bereits von anderen Aktionen aus Kindergarten und Schule. Alle Angebote vermitteln auf kindgerechte und handlungsaktive Weise sehr viel Wissen und berühren gleichermaßen Herz und Verstand. Eine perfekte Ergänzung zum Unterricht, um die Kinder für unsere Natur mit ihren verschiedenen Lebensräumen, Geschöpfen und Zusammenhängen zu sensibilisieren. Das übergeordnete Ziel im Hinblick auf die Zukunft unserer Schüler ist hierbei stets: Was ich gut kenne, will ich auch tatkräftig schützen!

Deshalb ist es uns so wichtig, mit den Kindern ein bisschen genauer hinzusehen, Hintergründe aufzudecken und eine emotionale Verbundenheit zwischen der Natur und dem eigenen Leben wachsen zu lassen, damit die Kinder den Schutz und die Erhaltung ihrer Welt als selbstverständliche Aufgabe in ihr Leben und Handeln aufnehmen.

Der 9. November 2023 war ein trüber Herbsttag mit Nieselregen und kühlen Temperaturen. Alex und Nadine streckten den Theorieteil im Klassenzimmer deshalb etwas. Die Kinder erfuhren hierbei anhand spannender Geschichten über die ersten Siedler in der Rhön, wie die Hecken entstanden sind: Waldstücke wurden gerodet, um Ackerland zu erhalten. Steine wurden von der Ackerfläche an den Rand getragen. Diese Lesesteinwälle waren beliebte Landeplätze für Vögel. Bei ihrer Rast entleerten sie sich und hinterließen in ihrem Kot Samen von Heckenrose, Holunder, Liguster, ttc. Auch Mäuse, Eichhörnchen und Igel suchten die Steinwälle gerne auf und ließen Speisereste von Bucheckern, Eicheln, Haselnüssen usw. zurück. Sonne und Regen verhalfen den Hinterlassenschaften zu neuem Leben. Keimlinge entstanden und wuchsen zwischen Gras und Kräutern zu neuen Büschen und Bäumen heran. Der Bauer freute sich über Windschutz und Abgrenzung seiner Ackerfläche. DIe Tiere freuten sich über neuen Lebensraum. Soweit die Entstehungsgeschichte. Die typischen Heckensträucher unserer Heimat wurden anhand von mitgebrachten Zweigen und Früchten benannt. Auch über die Verwendung für uns, die Heilwirkung, aber auch die Giftigkeit wurde eindringlich besprochen.

Nun ging es endlich nach draußen. Die Kinder waren wetterfest gekleidet und voller Tatendrang. Unweit des Schulhauses erreichten wir Wiesen, Feder und wilde Hecken. Dort durften die Kinder angeregt durch klare Suchaufträge die Entstehung einer Hecke nachspielen. In kurzer Zeit hatten wir eine wunderschöne kleine „Hecke“ erschaffen.

Zurück im Klassenzimmer gab es noch spannende Rätsel über die verschiedenen Tiere, die in unseren Hecken leben. Dabei ging es ganz schön ins Expertenwissen: z.B. Nahrung, Anzahl der Beine, Verhalten im Winter, Name der Behausung, Unterschied zwischen Stein- und Baummarder usw.

Am Ende des Tages erinnerte ich die Kinder an ihre ersten Gedanken zum Thema Hecke. Sie lachten über ihre Äußerung von „Gestrüpp“ und „Gartenzaun“,  ließen ihr gewachsenes Wissen heraussprudeln und freuten sich auf die kommenden Unterrichtsstunden, um noch mehr zu erfahren.

Aktionstag „Kräuterbutter und Brot“  Bildungsangebot des Biosphärenreservats Rhön am 16.05.2024

Am 16. Mai 2024 erwarteten die Kinder voller Vorfreude Kollegin Jasmin vom Biosphärenreservat Rhön. Sie waren sicher, dass es wieder einer der ganz besonders schönen Schultage werden würde. Einige Parallelklassen waren schon dran gewesen und es hatte sich herumgesprochen, wie toll die Aktion „Butter und Brot“ war.

Jasmin war schwer bepackt. Sie hatte die heimischen Getreidesorten in getrockneter Form mitgebracht und die entsprechenden Körner. Außerdem verschiedene Brote, Sahne und eine Menge Schüttelgläser.

Im großen Sitzkreis lernten wir die Getreidesorten anhand ihres Aussehens und am Geschmack der Körner zu unterscheiden. Vorgestellt wurden Roggen, Hafer, Weizen, Dinkel, Wintergerste und Schwarzer Emmer.

Im nächsten Schritt lernten die Kinder, was alles passieren muss, bevor man das fertige Brot essen kann (Getreidesaat und -wuchs auf dem Feld, Ernte, Mühle, Bäcker).

Nun ging es ans Buttermachen. Dazu wurde erst die Herkunft der Milch besprochen und was die Sahne bzw. der Rahm eigentlich ist (Fettanteil der frischen Milch setzt sich ab). Im Anschluss daran wurde etwas von der mitgebrachten Sahne in leere Marmeladengläser gegeben und in Partnerarbeit geschüttelt, bis die Arme wehtaten und die Sahne zu Butter wurde.

Während die gesammelte Butter in einem Sieb abtropfte, gingen wir hinaus in die frisch hochgewachsenen Wiesen außerhalb des Schulgeländes. Dort lernten wir die essbaren Wildkräuter kennen und sammelten einige davon. Dabei wurde den Kindern auch die Achtung der Natur ans Herz gelegt: Nichts wahllos niedertrampeln oder abreißen, Wiese als Wohnraum zahlreicher Kleintiere schätzen, sich ruhig und umsichtig verhalten.

Zurück im Klassenzimmer befanden sich in unserem Körbchen Brennnessel, Gänseblümchen, Löwenzahn, Wiesenknopf, Knoblauchsrauke, Sauerampfer, Spitzwegerich, Labkraut, Frauenmantel und Schafsgarbe.

Die Kräuter wurden gewaschen, geschnitten und in die leicht gesalzene Butter gerührt.

Aufgestrichen auf die verschiedenen Brotsorten war es für uns alle ein großer Genuss.

Am nächsten Schultag erzählten viele Kinder, dass sie am Nachmittag mit ihren Eltern nochmals losgezogen sind, um Wildkräuter zu sammeln. Die selbstgemachte Kräuterbutter wurde von vielen auf die Liste ihrer Lieblingsspeisen gesetzt. Wie schön, wenn das Gute so nah liegt - ein weiterer Schritt zur Wertschätzung der Natur wurde gemacht, auch im Sinne der Selbstversorgung, Regionalität und Saisonalität der Ernährung.

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